Grundlagen
Was ist IntelligenzSehen wir uns die bisherigen Forschungen an, dann können wir sagen, dass der Faktor Intelligenz schwer zu fassen ist. Trotz intensiver Forschung ist es nicht gelungen einen einheitlichen Intelligenzfaktor zu erkennen. Was wir sehen sind die Auswirkungen unserer Intelligenz, sei es nun in kreativer oder auch destruktiver Form. Allgemeine Bausteine der Intelligenz sind Bewusstsein, Verstehen, Planen, kreatives Handeln, künstlerisches Gestalten und Problemlösen. Ein großer Teil der Psychologen ist davon überzeugt, dass man Intelligenz mit einer einzigen Zahl gut beschreiben kann. Diese nennt man IQ oder Intelligenzquotient. Dabei gehen wir von einer einzigen Grundfähigkeit aus, die sich in verschiedenen Ausprägungen und Eigenschaften bei unterschiedlichen Menschen manifestiert. Der IQ kann in Test gemessen werden. Dabei kommen neben sprachlichen und kreativen Fähigkeiten auch räumliches Vorstellungsvermögen, verbaler Ausdruck und Gedächtnis, abstraktes Denkvermögen und mathematisch bzw. logische Rechenfähigkeit. Der erzielte Generalfaktor ist mit dem IQ identisch und wird mit Intelligenztests ermittelt.
Solche Fähigkeiten fasst man unter dem Sammelbegriff EQ auf, was etwa mit dem Wort Emotionalitätsquotient erklärt werden kann. Schon seit Längeren bindet man IQ und EQ zusammen und versucht diese typischen Eigenschaften als eine einzige Zahl auszudrücken.
Beim faktorenorientierten Ansatz kommt man auf dieselben Komponenten der Intelligenz wie bei der klassischen Intelligenzanalyse. Insofern zeigt sich, dass die Messung korrekt ist. Allerdings sind noch lange nicht alle relevanten Intelligenzfaktoren gefunden und auch wirklich zugeordnet.
Andere Fähigkeiten wie zum Beispiel Einfühlungsvermögen, Umgang mit anderen Menschen, Anpassungsfähigkeit, Eingewöhnung in eine andere Kultur u. ä. sind nicht so leicht zu messen. Trotzdem gehören Sie zu unserer Intelligenz. Wer einen angemessenen Umgang mit landesüblichen Bräuchen zeigt und nicht überall Weißwurst und Bockbier erwartet kann in einem Test höher Punkten, weil er sich als weitaus flexibler erwiesen hat als andere vergleichbare Individuen.
Schließlich bezeichnete Gardner noch zwei personale Intelligenzen: Die interpersonale hilft talentierten Verkäufern, Lehrern, Ärzten, Kirchen- und Staatsvertretern beim Verstehen von Wünschen, Motiven und Absichten anderer Menschen. Und eine eher introvertierte Form von Intelligenz hilft beim Hantieren mit Ängsten, Wünschen und eigenen Fähigkeiten - die emotive bzw. intrapersonale Intelligenz hilft zum bewussten Umgang mit dem eigenen Körper und Geist. Herausragendes Beispiel ist die Entwicklung der fünf Tibeter, als Yogaübungen die Körper und Geist gleichzeitig entwickeln.
Das lässt sich als Informationsverarbeitungsmodell verstehen, das zwischen Input- Operations- und Outputvariablen unterscheidet. Das Modell von Guilford hat eine logische Struktur und setzt auf Systematik und Ordnung.

Nach Guilford ist eine hohe Intelligenz dadurch bestimmt, bestimmte positive Verstärker für sich oder die Gruppe zu erhalten. Ein Input wird in das Modell eingegeben, darin verarbeitet und kommt aus Output, also als Reaktion wieder zum Vorschein. Die richtige Reaktion ist ein Zeichen relativ hoher Intelligenz, wo hingegen eine falsche oder gar keine Reaktion auf Mängel in der Intelligenzstruktur schließen lässt. Die einzelnen Strukturen des Modells lassen sich wie folgt beschreiben:
Inhalte - Art und Bereiche der Informationen
Vorgänge - intellektueller Prozess, operationales und aktives Verarbeiten und Handeln
Produkte - Formen die Informationen annehmen als Beweis wie sie vom Organismus
verarbeitet wurden
Das Intelligenzstruktur Model nach Guilford ist logisch aufgebaut und ein in sich geschlossenes Konzept. Es ist Widerspruchsfrei und bis heute konnten viele bisher verborgene Aspekte oder besser gesagt, Details der Intelligenz, mit Hilfe dieses Modells gefunden werden.
Fehlende Impulsivität - bedingt durch eine rigide Erziehung in der Kinder keine eigenen Aktivitäten zugestanden werden. Bedingungslose Übernahme von vorgegebenen Parolen.
Unfähigkeit zum Vergleich zwischen verschiedenen Objekten und Ergebnissen bedingt durch fehlende Erfahrungen, bzw. Infragestellung von Objekt und Handeln.
Schwierigkeiten bei der räumlichen Orientierung bedingt durch mangelnde Anleitung, fehlen von Karten und räumlichen Spielen.
Unfähigkeit zu planvollem Verhalten bedingt durch die nordafrikanische Lebensweise, die nur die Vorsorge auf den nächsten Tag kennt, also von der Hand in den Mund lebt.
Feuersteins Grundannahme besteht darin, dass Intelligenz nicht statisch ist. Selbst im Alter kann noch eine Schulung oder ein Training durchgeführt werden. Dabei leisten gezielte Schulungen mehr als unstrukturierte Informationen. Genauso wie ein Muskel durch Training wächst, kann auch die graue Gehirnrinde zunehmen und feinere Verästelungen bilden.
Eine Untersuchung der Londoner Neurologin Eleonor Maguire hat dies exemplarisch bestätigt. Ihre Versuchspersonen waren Londoner Taxifahrer im Alter von 38 bis 52 Jahren. Sie kurvten seit mindestens zwölf Jahren durch die Straßen der britischen Hauptstadt. Erforscht wurden die Gehirnaktivitäten während der Fahrt und die Anlage eines inneren Stadtplans. Neulinge müssen sich erst noch ein solches Konstrukt zulegen. Während dieser Zeit wächst der entsprechend beanspruchte Gehirnteil, das räumliche und zeitliche Vorstellungsvermögen nimmt enorm zu. Zweifellos ist aber die frühkindliche und kindliche Phase des Menschen die Zeit des extremen Lernens. Schon vor der Geburt beginnt die Lernphase eines Kleinkindes. Bei der Geburt bringt das Kleinkind ca. 50 Billionen Synapsen mit auf die Welt. In den ersten acht Lebensmonaten werden weitere 1000 Billionen Synapsen angelegt. Das Kleinkind reagiert auf Stimuli durch die Außenwelt. Die Verschaltungen des Geistes vervielfachen sich um den zwanzigfachen Wert.
Die intellektuelle Entwicklung gelingt dann am besten, wenn kulturelle Schranken aufgehoben werden und ein neues Feld zur Aktivität frei wird. Deshalb gelingen wesentliche Steigerungen gerade dann, wenn das Umfeld sehr eingeschränkt ist und einen strikten Verhaltenskodex erfordert. Deshalb konnten Mädchen aus der oben genannten Population auch wesentlich mehr von Feuersteins Trainingsprogramm profitieren als Jungen.
Was waren nun die Ergebnisse des Trainings?
Obwohl die Methoden sehr allgemein angelegt werden, zeigten sich doch deutliche Verbesserungen in manchen Bereichen, in anderen hingegen war kaum eine Veränderung nachzuweisen.